Ankündigung

Öffentlicher Schreiber und leichte Sprache: Schreiben und Übersetzen für bestimmte Zielgruppen

Am 30. September 2026 veranstalten der Fachbereich für Sprachen, Literatur, Kommunikation, Bildung und Gesellschaft sowie das Labor für Redaktionswissenschaft und Übersetzungswissenschaft der Universität Udine veranstalten mit Unterstützung der Generaldirektion für Übersetzung und klare Sprache der Europäischen Kommission im Rahmen der Europäischen Masterstudiengänge im Bereich Übersetzung ein MLW-Kolloquium (DGT Multilingual Workshop), das sich zwei eng miteinander verbundenen Themen widmet: die Figur des öffentlichen Schreibers als Beruf der Zukunft und die leichte Sprache, verstanden als eine Form der zugänglichen und inklusiven Kommunikation.

Diese Veranstaltung bietet die Gelegenheit, über die wesentliche Rolle der klaren Sprache in Institutionen und der sprachlichen Vermittlung in unseren heutigen Gesellschaften nachzudenken.

Seit Jahrhunderten begleitet der öffentliche Schreiber Menschen, die aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten haben, ein Dokument zu verfassen, zu verstehen oder zu interpretieren. Früher war er auf Plätzen, auf Märkten oder in der Nähe von Behörden anzutreffen und stellte seine Fähigkeiten in den Dienst derjenigen, die das Schreiben nicht ausreichend beherrschten. Heute ist diese Funktion nicht verschwunden – ganz im Gegenteil: Sie hat sich gewandelt, um neuen sozialen, administrativen und digitalen Bedürfnissen gerecht zu werden. Angesichts der „digitalen Kluft“ und der zunehmenden Komplexität bestimmter Behördengänge kann der öffentliche Schreiber (wieder) zu einem Beruf der Zukunft werden, zu einem echten Vermittler zwischen Bürgern und Institutionen. Diese Überlegung knüpft direkt an die Debatte über „leichte Sprache” an, die darauf abzielt, Informationen für schutzbedürftige Zielgruppen verständlich zu machen – wie Menschen mit Behinderungen, aber auch solche, die Leseschwierigkeiten haben oder eine Fremdsprache lernen und mit der Verwaltungs- und Fachsprache wenig vertraut sind.

Dieses Kolloquium bietet die Gelegenheit, diese beiden Perspektiven miteinander in Dialog zu bringen: einerseits eine Person, die begleitet, erklärt und umformuliert; andererseits eine Schreibweise, die darauf abzielt, Texte bereits bei ihrer Konzeption zugänglicher zu gestalten. Forscher, Fachleute und Sprachspezialisten werden über Praktiken, Erfahrungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit der sprachlichen Barrierefreiheit diskutieren, damit die institutionelle Kommunikation nicht länger eine Barriere darstellt, sondern zu einem echten Instrument für Selbstbestimmung, Teilhabe und Bürgerschaft wird.